Ab Januar Führerschein für Longboards erforderlich!

Bald ist es vorbei mit dem Freeride. Ab 1. Januar sieht der Gesetzgeber einen Führerschein für das Longboarden vor. Nach den Zulassungen für den Straßenverkehr in Kalifornien, war dies auch in Deutschland nicht anders zu erwarten. Wir denken, dass die speziell im Longboardbereich steigende Unfallzahl zu diesem Entschluß geführt hat. Von daher sollte der Sachverhalt nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

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Der Spaß an der Bewegung soll einen Motivationsschub für die CF-Patienten mit sich bringen…

Geschrieben von: Thomas Oelers 11 September 2015 Unter Sport

Sie zu fahren ist hipp und cool sehen sie auch noch aus. Die neuen Longboards, die seit Neuestem der Sporttherapieabteilung der Fachklinik Satteldüne, Rehabilitation für Kinder und Jugendliche, zur Verfügung stehen, sind ein echter Hingucker. Ermöglicht wurde die Anschaffung durch das erneut beeindruckende Spendenaufkommen anlässlich des Mukoviszidoselaufs zu Pfingsten. „Wir haben in Absprache mit der Fachklinik zehn handgefertigte Longboards beschafft“, erklärt Uwe Köller von der Regionalgruppe Amrum des Mukoviszidose e.V. zufrieden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und die Patienten sind sichtlich schon sehr interessiert. Annette Isemann, Präsidentin des Rotary Clubs Amrum, der alljährlich unter den großzügigen Spendern des Benefizevents zu finden ist, überzeugte sich zum Fototermin ebenfalls von dem Projekt.

Mitarbeiter und Patienten, Gabi Gauss unten mit Helm im Arm…

„Bewegung und Aktivität sind in der Fachklinik Satteldüne feste Bestandteile der Therapie, denn sie sorgen für ein gutes Körpergefühl, fördern die soziale Interaktion und geben neue Impulse und stärken das Selbstbewusstsein“, erklärt der medizinische Leiter der Rehaeinrichtung, Dr. med. Christian Falkenberg. „Vor allem möchten wir den Kindern und Jugendlichen Freude und Spaß an Aktivität und Bewegung vermitteln, wie zum Beispiel mit den neuen Longboards, damit sie sie auch nach der vierwöchigen Maßnahme gerne in ihren Alltag integrieren“, erklärt der Chefarzt und Ideenschmied für die Erarbeitung einer Studie.

Gabriele Gauss, Sportwissenschaftlerin M. A. an der Satteldüne, wird die Longboard-Studie, die eines klugen Tages in einer Promotion münden soll, mit Mukoviszidose-Betroffenen erarbeiten. “Dr. Falkenberg hat mich motiviert, die Erkenntnisse und Erfahrungen wissenschaftlich zu betrachten und dazu eine Dissertation zu erarbeiten. Eine reizvolle Aufgabe, von deren Erkenntnissen unsere Patienten profitieren“, lächelt die Sportwissenschaftlerin charmant. Wie viel Spaß das Fahren auf den trendigen Longboards macht, hat sie natürlich schon ausgiebig getestet. Gemeinsam mit dem Erbauer der Unikate, Longboard-Schmied Christoph Schütze aus Felm nordwestlich von Kiel, wurden die fantasievoll gestalteten und in unterschiedlichster Formgebung gefertigten Longboards vor Ort justiert und einem Feintuning unterzogen. Die Technik unter den zehn Boards ist die Gleiche, Abig 7 Rollen sorgen für wenig Abrollverluste und als Markenzeichen prunkt eine 1-Euromünze auf der Spitze jeden Brettes.

Kurz gesagt echt stylish. „Hoffentlich schauen die Nutzer während der Fahrt nicht ständig, selbstverliebt in das jeweilige Board, nach unten“, geht mir beim Betrachten durch den Sinn. Denn schnell werden sie, wenn man sich traut. „Selber mal fahren, ich nicht, ich brauche meine heilen Knochen noch. Allerdings zählt der Hinweis, talentfrei und zu alt für diese Disziplin zu sein, nicht“. Christoph Schütze ist 64 Jahre alt und hat vor fünf Jahren mit dem Inlinerfahren und vor zwei Jahren mit dem Longboardfahren begonnen. „Es ist nie zu spät etwas Neues auszuprobieren“, wirbt er.

 

Christoph Schütze

Der Spaß an der Bewegung wird einen Motivationsschub für die CF-Patienten, die hauptsächlich im Jugendalter sind, mit sich bringen. Darin sind sich sowohl Christian Falkenberg als auch Gabriele Gauss einig. Allzu oft hören sie bei ihren Patientengesprächen: „Ja, ich weiß, ich müsste mich zuhause mehr bewegen aber ich schaffe es einfach nicht, mich auf ein langweiliges Ergometer, in einem stickigen Raum zu setzen und allein zu schwitzen“. „So oder so ähnlich klingen die CF-Patienten und Patientinnen (englisch cystic fibrosis, CF), die in meiner Sport-Schulung während ihres vierwöchigen Rehabilitationsaufenthaltes sitzen“, erklärt die Sportwissenschaftlerin. „Ich verbringe so viel Zeit mit Therapie, ich bin auf der Suche nach etwas das mir Spaß macht“, beschreiben die Patienten.

Um dieses Bedürfnis zu erfüllen, findet nun eine Studie zum Thema „Bewegte Nachhaltigkeit eines Reha-Aufenthaltes“ statt. Die Patienten sollen in einem Workshop das Longboard fahren während der Reha erlernen und mit Spaß am Rollen und Gleiten sowie dem damit verbunden Lebensgefühl ein Bewegungselement ganz selbstverständlich in ihren Alltag integrieren. Es fördert zudem die konditionellen Fähigkeiten wie Ausdauer, Kraft und Koordination nebst den vielseitigen positiven Aspekten von Sport und Bewegung, belegen verschiedene Studien. Dazu zählen unter anderem eine erhöhte Lungenfunktion, eine verbesserte Lebensqualität und ein stärkeres Immunsystem, was gerade bei Menschen mit CF eine herausragende Bedeutung hat.

Der Theorieteil soll sowohl eine phänomenologische Analyse, wie die Faszination Longboard, eine sozial-psychologische Analyse, wie die Rollen als Jugendkultur und Gegenbewegung zur Urbanisierung, als auch eine gesundheitswissenschaftliche Analyse (physiologische Aspekte) beinhalten. Zu den Messinstrumenten werden Fragebögen und physiologische Tests eingesetzt.

Thomas Oelers, Gabriele Gauss

Der Longboard-Mann zu Besuch auf unserem Eiland

Gabi Für meine Studie, die eines klugen Tages in einer Promotion münden soll – fuhr der Longboard-Mann mit seinen 10 eigens für uns selbstgebauten und individuell mit viel Phantasie gestalteten Brettern am Freitag aufs Klinkgelände. Mit einem riesigen Wohnwagen, einem riesigen Hund und einem riesigen Enthusiasmus ausgestattet, verabredeten wir uns für Samstag. Mit der strahlenden Womo Sonne in meinem Nacken, stellte ich mich der Herausforderung als Anfängerin ein paar Meter zu fahren, besser zu werden und dann eines Tages es meinen PatientInnen beibringen zu können. Und zu meiner eigenen Überraschung stand ich und fuhr sogar und währende ich beglückt von den wunderschönen holzigen Brettern. Ihre schnellen und testen bunten Rollen zogen mit ihrer Lässigkeit nicht nur mich magisch an, sondern auch die Patientenkids und die uns scheef streifenden UrlauberInnen. Nach einer kurzen technischen Besprechung, schraubte und montierte ich unter den wachsamen Augen von Christoph und seinem Hund Schrauben, Kugellager und Rollen als würde ich mein täglich Brett damit verdienen. Auf meinem Heimweg führte mein Weg an meinen Freunden vorbei und Sie durften das Gefühl der zwei Ebenen – das Fahren durch den Wind und das Rollen über den Asphalt – schwatter ebenfalls erleben. Am Sonntag dann machte ich bereits zwei Bretter-Touren und verbuchte leider gleich einen Holzverlust – aber an Christoph´s Brett… Eine kleine Erinnerung also an Patientenkinder, die an seinen Carvan klopfen, Sonne und Regen in Einem und eine Klinik mit Lungenflügeln in ihrer Chronik an einem ganz besonderen Strand.

Danke Christoph!   Gabi